Sunday, June 6, 2010

Sunday, May 9, 2010

Klimaforscher fordern CO2-Höchstmenge pro Kopf

Wissenschaftler aus Potsdam halten das derzeitige Klimaschutzsystem mit den Selbstverpflichtungen der Staaten für unzureichend. Im Kampf gegen die Erderwärmung fordern sie deshalb eine neue Strategie: Weltweit sollte jeder Mensch nur eine festgeschriebene Höchstmenge an Treibhausgasen verursachen dürfen.

Deutsche Forscher fordern eine neue Strategie für den weltweiten Klimaschutz. Die derzeitigen Selbstverpflichtungen der Länder zur Verminderung der Treibhausgase reichten nicht, schreibt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Die Autoren des jetzt vorgestellten PIK-Reports fordern einen definierten Pro-Kopf-Ausstoß für alle Menschen weltweit. So solle jeder Mensch im Schnitt eine Höchstmenge an Treibhausgasen verursachen dürfen. Produziere ein Land mehr Kohlendioxid (CO2), müsste es an einer Art Börse die Erlaubnis dafür kaufen.

Nur so könne das weltweite Zwei-Grad-Ziel der Kopenhagen- Vereinbarung noch erreicht werden, schreibt das PIK. Eine Erderwärmung um zwei Grad Celsius wird als gerade noch verkraftbar angesehen. Die Selbstverpflichtung der Länder im Rahmen des Kopenhagen-Papiers würden hingegen zu einer Erwärmung um mehr als drei Grad in diesem Jahrhundert führen, erklärte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber.

„Um neuen Schwung in die Verhandlungen über ein globales Klimaschutzabkommen zu bringen, bedarf es einer wirkungsvollen und gerechten Strategie“, sagte Lutz Wicke, Direktor des Instituts für Umweltmanagement an der Wirtschaftshochschule ESCP Europe in Berlin. Er hat die neue „2 Grad Max-Strategie“ gemeinsam mit Schellnhuber und PIK- Forscher Daniel Klingenfeld verfasst. Einen ähnlichen Ansatz hatte auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU).

Zunächst sollten nach Meinung der Autoren die Konstruktionsmängel des Kyoto-Protokolls überwunden werden, die auf Selbstverpflichtungen der Länder basieren. „Das Schema Klimabasar jeder gibt so wenig, wie er kann hat die Verhandlungen in eine Sackgasse geführt“, sagte Schellnhuber.

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article7361022/Klimaforscher-fordern-CO2-Hoechstmenge-pro-Kopf.html

Schmetterlinge bestimmen künftig das Klima

Meeresforscher Professor Peter Lemke, Mitglied des Weltklimarates, kritisiert seinen Chef, Rajendra Pachauri. Der hätte die Fehler sofort eingestehen und auf der Internetseite des Weltklimarates korrigieren sollen. WELT ONLINE sprach mit dem Wissenschaftler über die Schwierigkeiten der Klimaprognostik.

Mit mehr als 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ist der größte Teil der Erwärmung der letzten 50 Jahre vom Menschen verursacht, sagt der Meeresforscher Professor Peter Lemke

WELT ONLINE: Was muss der Weltklimarat tun, um wieder glaubwürdig zu werden?

Peter Lemke: Ich will betonen, dass sich durch die zwei Fehler im Bericht des Weltklimarates IPCC die Gesamtaussage in keiner Weise verändert hat. Nach wie vor gelten alle Projektionen bis zum Ende des Jahrhunderts – sowohl im Hinblick auf die Erderwärmung als auch die Eisschmelze.

WELT ONLINE: Die Behauptung, dass die Gletscher des Himalaja 2035 abgeschmolzen sein werden, war aber falsch?

Lemke: Ja, das ist ja gerade einer der beiden Fehler. In der Abschätzung eines russischen Forschers hatte es ursprünglich 2350 geheißen. Ein Zahlendreher führte dann zu 2035, was natürlich Quatsch ist. Es waren allerdings IPCC-Wissenschaftler, die als erste auf diesen ärgerlichen Fehler hingewiesen haben. Bei der zweiten falschen Zahl ging es darum, wie viel Prozent von Holland zurzeit unter dem Meeresspiegel liegt. Hier hatten niederländische Behörden einen falschen Wert an das IPCC übermittelt. Doch diese Zahl spielt ja wirklich nur eine Statistenrolle. Der 3000 Seiten dicke Bericht des Weltklimarates enthält einige 100.000 Zahlen – und von denen waren zwei eher nebensächliche falsch.

WELT ONLINE: Dennoch haben diese Fehler weltweit für Empörung gesorgt. Wie konnte das geschehen?

Lemke: Das eigentliche Problem war die Reaktion des IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri auf die Fehler.

WELT ONLINE: Was hat er falsch gemacht?

Lemke: Er hat fatalerweise zunächst behauptet, dass es gar keine Fehler gibt und die Kritiker sogar der Voodoo-Wissenschaft bezichtigt. Das war sehr unbedacht und hat dem Weltklimarat sehr geschadet. Richtig wäre es gewesen, die Fehler sofort einzugestehen und auf der Internetseite des Weltklimarates IPCC zu korrigieren.

WELT ONLINE: Einige Klimaforscher haben deshalb den Rücktritt Pachauris gefordert. Vertreten auch Sie diese Position?

Lemke: Die Verfahren des IPCC werden im Moment von einer unabhängigen Internationalen Akademie, dem sogenannten InterAcademy Council, begutachtet. Bis zum Herbst wird der Bericht vorliegen. Dann werden die notwendigen Konsequenzen gezogen. Das könnte die Forderung nach einem Rücktritt beinhalten. Es wäre denkbar, dass der Weltklimarat eine Verfassung oder Satzung erhält, die Arbeitsabläufe zwischen dem Chair und den Co-Chairs definiert. Bislang gibt es hier keine Strukturierung. Der Chef des Weltklimarates ist vielmehr von allem anderen losgelöst. Er kann eigentlich machen, was er will.

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article7536004/Schmetterlinge-bestimmen-kuenftig-das-Klima.html

HINTERGRUND: Wenn es beim Klima keinen Weg zurück gibt

Werden bei der zunehmenden weltweiten Erwärmung bestimmte Grenzwerte - die Wissenschaftler sprechen von "Kipp-Punkten" - erreicht, lassen sich Entwicklungen nicht mehr umkehren. Überflutungen ganzer Küstenregionen, das großflächige Absterben der tropischen Regenwälder und Dürre in weiten Teilen Asiens können laut wissenschaftlichen Studien die Folge sein.

GRÖNLAND-EIS: Der gigantische Eispanzer Grönlands verliert bereits an Masse, ist aber noch halbwegs intakt. Einen "Kipp-Punkt", ab dem ein Abschmelzen nicht mehr aufzuhalten wäre, erwarten Wissenschaftler bei einer Erwärmung zwischen einem und vier Grad. Die Untergrenze dieses kritischen Bereichs wird auf jeden Fall erreicht werden. Schmilzt das Grönlandeis, steigt der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um etwa einen halben Meter, in den folgenden Jahrhunderten um schätzungsweise sieben Meter.

GOLFSTROM: Der massive Süßwasser-Zufluss durch ein Schmelzen des Grönlandeises würde den Golfstrom zumindest abschwächen. In Verbindung mit generell stärkeren Niederschlägen könnte er ganz zum Erliegen kommen. Klimazonen rings um den Atlantik würden sich dann deutlich verändern. In Nordeuropa würden die Winter kälter und trockener, in Äquatornähe gäbe es Dürren, aber auch mehr Überschwemmungen. Ein Zusammenbruch der Meeresströmungen wird bei einem Temperaturanstieg zwischen drei und fünf Grad befürchtet.



AMAZONAS-REGION: Der Regenwald am Amazonas nimmt trotz aller Abholzung noch große Mengen CO2 auf. Bei fortschreitender Erwärmung würde das Klima der Region trockener, wodurch noch in diesem Jahrhundert bis zu 70 Prozent der Vegetation absterben könnten. Das Aussterben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten wäre die Folge. Zugleich würde der Verlust dieser CO2-Senke den Klimawandel massiv verstärken. Ein "Kipp-Punkt" dürfte bei einer Erwärmung zwischen drei und vier Grad liegen, vielleicht auch schon bei einer geringeren Erwärmung. Bei ähnlichen Temperaturen würden wohl auch die großen Nadelwälder der nördlichen Erdhalbkugel absterben.

MONSUN-REGEN: Durch die Erwärmung müsste der jährliche Monsunregen in Indien in den Monaten Juni und Juli eigentlich zunehmen. Beobachtet wird aber eine Abschwächung, da eine zunehmende Dunstglocke aus Ruß und anderen Schwebstoffen einfallendes Sonnenlicht reflektiert. Dadurch könnte der Monsun-Regen sogar ganz ausbleiben, was für die indische Landwirtschaft katastrophale Folgen hätte. Auch in Afrika werden Veränderungen des Monsunregens erwartet, wobei durch den Klimawandel die Sahel-Zone weniger, der Golf von Guinea mehr Regen erhalten würde. "Kipp-Punkte" lassen sich schwer abschätzen, die Auswirkungen für hunderte Millionen Menschen sind jedoch gewaltig.

PERMAFROST-BODEN: Bereits heute ist ein starkes Auftauen des Permafrost-Bodens besonders in Sibirien zu beobachten. Hochrechnungen lassen erwarten, dass sich die Dauerfrost-Zone bis 2100 um 90 Prozent verkleinern könnte. Dabei könnte ein Schwellenwert erreicht werden, bei dem der Abbau von Kohlenstoff durch Bakterien so viel Hitze freisetzt, dass sich das Auftauen stark beschleunigt. Eine Folge ist die Freisetzung des starken Treibhausgases Methan, die bereits heute zu beobachten ist. Dies beschleunigt wiederum das Abschmelzen des arktischen Meereises.

HIMALAYA-GLETSCHER: Schmelzwasser aus den Gletschern des Himalaya sichert im Sommer über Flüsse wie Mekong, Jangtse und Ganges die Wasserversorgung für hunderte Millionen Menschen in Asien. Derzeit schmilzt ebenso wie bei anderen Gletschern weltweit deutlich mehr Eis ab, als im Winter hinzukommt. Da durch die kleinere Eisfläche weniger Sonnenlicht reflektiert wird, lässt sich dieser Prozess immer schwerer stoppen. Sind die Gletscher verschwunden, könnte die Wasserversorgung in großen Teilen Asiens zusammenbrechen.

(AFP)
02.05.2010 12:17 Uhr

http://www.n24.de/news/newsitem_6031698.html

Studie widerspricht Klima-Prognosen für Bangladesch

Die Folgen der Erderwärmung sind für Bangladesch einer Studie zufolge weniger dramatisch als es die Arbeit des Weltklimarats IPCC nahelegt. In seinem Klimabericht von 2007 hatte der IPCC davor gewarnt, dass wegen des ansteigenden Meeresspiegels 17 Prozent der Fläche von Bangladesch überflutet werden könnte. Dabei berücksichtigte das Gremium aber nicht Gesteinsablagerungen an den Küsten des südostasiatischen Landes, wie aus einer in Dhaka veröffentlichten Studie hervorgeht.

"Die Ablagerungen formen die Küsten von Bangladesch seit tausenden Jahren um", sagte Maminul Haque Sarker, Leiter des Informationszentrums für Umwelt und Geographie (CEGIS) in Dhaka. Die Wissenschaftler des Zentrums heben in ihrer Studie die Bedeutung der mindestens eine Milliarde Tonnen Erde und Gestein hervor, die jedes Jahr aus dem Himalaya über die Flüsse Bangladeschs in Richtung Meer gespült würden.

Die Ablagerungen würden wie ein Bollwerk gegen den ansteigenden Meeresspiegel wirken, heißt es in der Studie, die von der Asiatischen Entwicklungsbank finanziert wurde. Auch wenn der Meeresspiegel um einen Meter anstiege, bliebe die Küstenlinie von Bangladesch weitgehend intakt, sagte Sarker. Ein Großteil der Küste erhöhe sich im Gleichtakt mit dem Meer.



Der Weltklimarat hatte Bangladesch als eines der am schlimmsten vom Klimawandel betroffenen Länder eingestuft. In dem Bericht von 2007 rechnete das UN-Gremium mit bis zu 20 Millionen Flüchtlingen bis zum Jahr 2050 als Folge der Überschwemmungen.

Der Weltklimarat war 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, weil er den Klimawandel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt hatte. In den vergangenen Monaten geriet das Gremium allerdings zunehmend in die Kritik. Im Januar musste der IPCC Fehler bei der Vorhersage über das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher einräumen.

(AFP)
22.04.2010 08:56 Uhr

http://www.n24.de/news/newsitem_6011935.html

Solarenergie: Energie aus dem All

In Form von Sonnenlicht empfängt die Erde täglich mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Dennoch stellt Solarenergie nur einen kleinen Teil des globalen Energiemixes. Sinkende Preise und effizientere Technologien könnten das ändern.

Die Sonne ist der wichtigste Energielieferant der Erde. Lässt man Kernenergie beiseite, basieren alle fossilen und regenerativen Energiequellen auf ihrer scheinbar endlosen Energie. Seit Millionen von Jahren wandeln Pflanzen Lichtenergie und Kohlendioxide in Zucker und Sauerstoff um.

Überdeckt von Sedimenten entstand aus ihren Überresten Kohle, Öl und Gas, aus denen wir heute Strom gewinnen, unsere Häuser beheizen und unsere Autos antreiben.

Sonnenenergie ist auch die treibende Kraft hinter den Luftströmungen, die unsere Windturbinen antreibt und den Regengüssen, die Stauseen füllen. Nur die direkte Nutzung der Sonnenenergie durch Solarpanele und Photovoltaikzellen bereitet der Menschheit noch Schwierigkeiten.

Globale Bedeutung und zukünftige Trends

Zwar steigt die installierte Solarleistung Jahr für Jahr, trotzdem ist ihr Anteil am weltweiten Energiemix noch verschwindend gering. Selbst in Deutschland, dem Marktführer in Sachen Solarenergie, werden nur etwa 0,3 Prozent des gesamten Strombedarfs durch Photovoltaikzellen produziert. In den USA liegt der Anteil bei weniger als 0,1 Prozent.

Einer UN-Studie zufolge wurden im Jahr 2006 weltweit 70 Milliarden Dollar in erneuerbare Technologien investiert. 16 Prozent dieser Gelder flossen in den Solarsektor, der damit noch hinter Windkraft (38 Prozent) und Biobrennstoffen (26 Prozent) lag.

Dem Weltenergierat WEC zufolge wächst der Markt für solare Warmwasserbereitung jährlich um 20 Prozent, für solare Photovoltaik gar um 35 Prozent.

Aber erst wenn die Kosten für Solartechnologien weiter fallen, haben sie eine Chance, im offenen Wettbewerb mit anderen Energiequellen zu bestehen. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Im sonnigen Kalifornien etwa hat die Solarenergie bereits „grid parity“ erreicht. Das heißt, die Stromkosten können ohne staatliche Unterstützung mit den Preisen für Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken konkurrieren. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte die Solarenergie bis zum Ende des Jahrhunderts mit Kohle, Gas und Öl mithalten oder diese sogar teilweise ersetzen.

Globale Ressourcen und Produzenten

Innerhalb von 20 Tagen empfängt die Erde mehr Energie von der Sonne, als in den derzeitigen Kohle-, Öl- und Erdgasreserven der Erde gespeichert ist. Die Herausforderung besteht darin, einen Teil dieser Lichtenergie mit rentablen und effizienten Methoden in nutzbare Energie umzuwandeln.

Gegenwärtig werden hauptsächlich zwei Methoden eingesetzt. Photovoltaische Zellen (PV) aus dünnem, kristallinem Silizium wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um. Thermische Sonnenkollektoren dagegen, erwärmen Wasser für den privaten oder industriellen Gebrauch. Solarthermische Kraftwerke nutzen dieses Prinzip, um mit Wasserdampfturbinen Strom zu erzeugen.

Deutschland ist weltweit der führende Produzent von photovoltaischen und thermischen Solartechnologien. Allein 2007 wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 1,1 Gigawatt (GW) installiert, fast die Hälfte des weltweiten Zuwachses von 2,3 GW. Japan, das seine Solarkapazitäten im Jahr 2006 um 292 MW erweiterte, ist ebenfalls ein wichtiger Markt und Exporteur von PV-Technologien.

China fügt seinem Energiemix derzeit verstärkt thermische Solarkolektoren hinzu. Rund die Hälfte der weltweit installierten Solarkollektoren steht in China, bis zum Jahr 2010 soll ihre Anzahl um weitere 50 Prozent steigen. China hat aber auch bei der Produktion und dem Einsatz von Photovoltaik-Zellen Fortschritte erzielt.

Energieertrag

Der Energieertrag von Photovoltaik und Solarthermik hängt vom jeweiligen Standort der Anlage ab. Die meisten Regionen empfangen ausreichend Sonnenlicht, aufgrund der geringen Wolkenbildung eignen sich aber vor allem Wüsten und aride Gebiete.

Einfache PV-Zellen wandeln etwa sechs bis acht Prozent der absorbierten Sonnenenergie in Strom um. Manche Prototypen erreichen bereits Wirkungsgrade von über 40 Prozent, doch sie sind noch zu teuer für die Massenproduktion.

Sonnenkollektoren sind wesentlich effizienter. Heutzutage wandeln Kollektoren 60 bis 70 Prozent des absorbierten Sonnenlichts in Wärme um, brauchen aber mehr Wartung und Pflege als PV-Anlagen.

Konzentrierte thermische Solaranlagen nutzen Spiegel, um das Sonnenlicht zu bündeln und auf einen Punkt zu lenken. Dieser konzentrierte Strahl erhitzt eine Kochsalzlösung oder ein anderes Medium auf extrem hohe Temperaturen, um Wasserdampf zum Betrieb von Dampfturbinen zu erzeugen.

Ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von elf Megawatt wurde im März 2007 nahe dem spanischen Sevilla fertiggestellt. In Australien ist eine Anlage mit einer Leistung von 154 Megawatt geplant, eine weitere in Kaliforniens Mojave-Wüste mit 500 Megawatt.

China hat den Bau eines riesigen Solarkraftwerks im Qaidam-Becken, einer Salzwüste in der nordwestlichen Provinz Qinghai, angekündigt. Das Kraftwerk soll bis zu ein Gigawatt Strom liefern.

Auswirkungen auf die Umwelt und Nachteile

Die Herstellung und Installation von Solarsystemen erfordert Energie und den Einsatz gefährlicher Materialien wie Arsen und Cadmium. Für die Massenproduktion von Photovoltaik-Zellen wird hochwertiges Silizium verwandt. Gelegentliche Lieferengpässe führen immer wieder zu Problemen. Schließlich beanspruchen leistungsstarke Solaranlagen große Flächen Land.

Dennoch sind die Auswirkungen auf die Umwelt beim Umstieg auf Solarenergie durchweg positiv. PV-Systeme produzieren Energie auf wesentlich sauberere Weise als Kohle und Öl. Wie Windturbinen liefern aber auch Solaranlagen nachts und an bewölkten Tagen keinen oder wenig Strom und müssen mit Energiespeichern gekoppelt werden.

Berücksichtigt man auch die Produktion und Installation, so verursachen PV-Kraftwerke achtmal weniger Treibhausgas-Emissionen als Kohlekraftwerke. Die Anschaffungskosten für thermische und photovoltaische Systeme schrecken jedoch noch viele Eigenheimbesitzer ab. Doch sinkende Kosten und staatliche Subventionen in Ländern wie Deutschland haben geholfen, das Wachstum am Markt zu erhalten.

Autor: Valdis Wish

Veröffentlicht am: 14. April 2009

http://knowledge.allianz.de/deutsch/content/energie/erneuerbare_energie/solarenergie.html

G8 Climate Scorecards: Lob und Tadel

Die Menschheit muss den Klimawandel entschieden angehen. Aber wo stehen wir derzeit? Deutschland, Großbritannien und Frankreich führen. Laut den G8 Climate Scorecards von WWF und Allianz reichen die bisherigen Maßnahmen insgesamt nicht aus.

Der Klimagipfel von Kopenhagen rückt näher und schon werden gegenseitige Beschuldigungen laut. China missbilligt Japans Klimaplan; Frankreich will, dass Kanada und die USA mehr unternehmen; die Europäer kabbeln sich untereinander. Und jeder versucht, sich in Position zu bringen.

Aber wo stehen die einzelnen Länder im Kampf gegen den Klimawandel? Kein Staat wird in Kopenhagen einem Vertrag zustimmen, solange er nicht weiß, wer weitermacht und wer sich zurückzieht. Zeit für eine Momentaufnahme: die Realität hinter den Phrasen der Klimapolitik.

Die G8 Climate Scorecards beurteilt die acht führenden Wirtschaftsnationen danach, welche Klimaziele sie in der Vergangenheit und der Gegenwart erreicht haben und welche sie künftig erreichen wollen.

Der Bericht enthält auch eine Einschätzung der fünf größten Schwellenländer – Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika – allerdings ohne Rangfolge.

„Die Staatsoberhäupter der G8 plus 5 sind die Kapitäne dieses Planeten – es ist jetzt an ihnen, wirkliches Führungsverhalten zu zeigen, einen neuen Kurs einzuschlagen und zu verhindern, dass die Erde das Schicksal der Titanic erleidet“, argumentieren Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz, und James Leape, Generaldirektor des WWF.

Entscheidend für die Bewertung ist, ob die G8-Staaten auf dem richtigen Weg sind, ihre Emissionen zwischen 1990 und 2050 um 95 Prozent zu reduzieren. Der Reihenfolge der Länder liegen drei Indikatoren zugrunde: „Verbesserung seit 1990“, „derzeitiger Stand“ und „zukünftige Politik“. Alle drei Indikatoren werden gleich gewichtet.

Das fördert einige interessante Gegensätze zutage: Bei der Reduzierung der Emissionen seit 1990 liegt Russland auf dem ersten Platz. Ursache dafür ist der Zusammenbruch der Industrie nach dem Ende der Sowjetunion. Bei der zukünftigen Klimapolitik, die im Grunde nicht vorhanden ist, erreicht Russland den letzten Platz.

Die Vereinigten Staaten wiederum erreichen bei der zukünftigen Politik einen guten Platz, seit Präsident Obama an der Macht ist. „In den vergangenen vier Monaten kam in den USA in Sachen Klimaschutz mehr in Bewegung als in den vergangenen drei Jahrzehnten zusammen“, folgert der Bericht.

Dennoch haben die USA noch immer den höchsten Pro-Kopf-Schadstoffausstoß aller G8-Staaten. Frankreich hat nicht einmal annähernd so hohe Emissionen wie die USA, verfügt aber über sehr viel Kernkraft.

Aufgrund der Umwelt- und Sicherheitsbedenken wird Strom aus Kernkraft eingestuft wie Strom aus dem saubersten fossilen Brennstoff, Erdgas. Dies betrifft Frankreich und Japan. Ohne diese Einstufung stünde Frankreich zusammen mit Deutschland an erster Stelle, Japans Position würde sich nicht ändern.

Ein schlechtes Beispiel

Aber abgesehen von den einzelnen Listenplätzen: Insgesamt reichen die Anstrengungen der G8-Staaten bei Weitem nicht aus, um eine gefährliche Klimaerwärmung zu verhindern, so eine Schlussfolgerung der Studie.

Bei den meisten Staatshilfen für die Wirtschaft haben die G8-Staaten die Gelegenheit zum ökologischen Umbau der Weltwirtschaft versäumt. Nur die Pläne der Obama-Administration stellen eine Ausnahme dar.

In Kanada und den USA, die mehr als die Hälfte der G8-Emissionen verursachen, ist der Schadstoffausstoß seit 1990 ständig gestiegen. Seit kurzem steigt er auch in Russland und Italien.

Nur Frankreich, Deutschland, Russland und Großbritannien haben ihre Kyoto-Ziele erreicht oder fast erreicht, manchmal allerdings mehr durch Zufall, argumentieren viele: Russland und Deutschland wegen des Zusammenbruchs der Industrie aus Zeiten des Kalten Kriegs; Großbritannien, weil es gezwungen war, von Kohle auf Erdgas umzustellen; und Frankreich wegen seiner Vorliebe für Kernkraft – was vielen Umweltschützern ein Dorn im Auge ist.

Lediglich Deutschland hat den Anteil erneuerbarer Energien maßgeblich erhöht. Da die meisten G8-Staaten bei den Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen oder auf EU-Ebene „entweder zu zurückhaltend sind oder sie aktiv blockieren“, reichen die politischen Konzepte für die Zukunft nicht aus.

Nur Deutschland unterstützt durchweg erneuerbare Energien, und nur Japan hat bisher bei der Wirtschaftlichkeit von Fahrzeugen ausreichende Vorschriften durchgesetzt. Nun stellt sich die Frage: Was wird der Rest der Welt – und hier vor allem die großen Schwellenländer – angesichts des schlechten Beispiels der G8-Staaten in Bezug auf den Klimawandel unternehmen?
Der Schadstoffausstoß der G5-Staaten Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika ist etwa so hoch wie der der G8-Staaten und wird auf kurze Sicht noch steigen. Aber alle diese Länder haben bereits ihre Strategien zur Senkung der Emissionen vorgestellt oder bereiten sie gerade vor.

Mexiko hat angekündigt, seine Emissionen bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent zu reduzieren. Falls diese Strategien umgesetzt werden, werden viele dieser Maßnahmen wie die Energieeffizienz-Ziele in China und Indien oder die Reduzierung der Abholzung in Brasilien erhebliche Auswirkungen auf die nationalen und globalen Emissionen haben.

In gewisser Hinsicht gleichen die G8 Climate Scorecards einem Schulzeugnis. Aber beim Klimawandel kann man die Klassenarbeit nicht einfach nachschreiben, um eine bessere Note zu bekommen. Solange die internationale Gemeinschaft nicht handelt, wird sich unser Klima massiv und unumkehrbar ändern.


Autor: James Tulloch

Veröffentlicht am: 1. Juli 2009


http://knowledge.allianz.de/deutsch/content/klimawandel/schluesselthemen_agenda/g8_scorecards.html