Wissenschaftler aus Potsdam halten das derzeitige Klimaschutzsystem mit den Selbstverpflichtungen der Staaten für unzureichend. Im Kampf gegen die Erderwärmung fordern sie deshalb eine neue Strategie: Weltweit sollte jeder Mensch nur eine festgeschriebene Höchstmenge an Treibhausgasen verursachen dürfen.
Deutsche Forscher fordern eine neue Strategie für den weltweiten Klimaschutz. Die derzeitigen Selbstverpflichtungen der Länder zur Verminderung der Treibhausgase reichten nicht, schreibt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
Die Autoren des jetzt vorgestellten PIK-Reports fordern einen definierten Pro-Kopf-Ausstoß für alle Menschen weltweit. So solle jeder Mensch im Schnitt eine Höchstmenge an Treibhausgasen verursachen dürfen. Produziere ein Land mehr Kohlendioxid (CO2), müsste es an einer Art Börse die Erlaubnis dafür kaufen.
Nur so könne das weltweite Zwei-Grad-Ziel der Kopenhagen- Vereinbarung noch erreicht werden, schreibt das PIK. Eine Erderwärmung um zwei Grad Celsius wird als gerade noch verkraftbar angesehen. Die Selbstverpflichtung der Länder im Rahmen des Kopenhagen-Papiers würden hingegen zu einer Erwärmung um mehr als drei Grad in diesem Jahrhundert führen, erklärte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber.
„Um neuen Schwung in die Verhandlungen über ein globales Klimaschutzabkommen zu bringen, bedarf es einer wirkungsvollen und gerechten Strategie“, sagte Lutz Wicke, Direktor des Instituts für Umweltmanagement an der Wirtschaftshochschule ESCP Europe in Berlin. Er hat die neue „2 Grad Max-Strategie“ gemeinsam mit Schellnhuber und PIK- Forscher Daniel Klingenfeld verfasst. Einen ähnlichen Ansatz hatte auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU).
Zunächst sollten nach Meinung der Autoren die Konstruktionsmängel des Kyoto-Protokolls überwunden werden, die auf Selbstverpflichtungen der Länder basieren. „Das Schema Klimabasar jeder gibt so wenig, wie er kann hat die Verhandlungen in eine Sackgasse geführt“, sagte Schellnhuber.
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article7361022/Klimaforscher-fordern-CO2-Hoechstmenge-pro-Kopf.html
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