Sunday, May 9, 2010

Studie widerspricht Klima-Prognosen für Bangladesch

Die Folgen der Erderwärmung sind für Bangladesch einer Studie zufolge weniger dramatisch als es die Arbeit des Weltklimarats IPCC nahelegt. In seinem Klimabericht von 2007 hatte der IPCC davor gewarnt, dass wegen des ansteigenden Meeresspiegels 17 Prozent der Fläche von Bangladesch überflutet werden könnte. Dabei berücksichtigte das Gremium aber nicht Gesteinsablagerungen an den Küsten des südostasiatischen Landes, wie aus einer in Dhaka veröffentlichten Studie hervorgeht.

"Die Ablagerungen formen die Küsten von Bangladesch seit tausenden Jahren um", sagte Maminul Haque Sarker, Leiter des Informationszentrums für Umwelt und Geographie (CEGIS) in Dhaka. Die Wissenschaftler des Zentrums heben in ihrer Studie die Bedeutung der mindestens eine Milliarde Tonnen Erde und Gestein hervor, die jedes Jahr aus dem Himalaya über die Flüsse Bangladeschs in Richtung Meer gespült würden.

Die Ablagerungen würden wie ein Bollwerk gegen den ansteigenden Meeresspiegel wirken, heißt es in der Studie, die von der Asiatischen Entwicklungsbank finanziert wurde. Auch wenn der Meeresspiegel um einen Meter anstiege, bliebe die Küstenlinie von Bangladesch weitgehend intakt, sagte Sarker. Ein Großteil der Küste erhöhe sich im Gleichtakt mit dem Meer.



Der Weltklimarat hatte Bangladesch als eines der am schlimmsten vom Klimawandel betroffenen Länder eingestuft. In dem Bericht von 2007 rechnete das UN-Gremium mit bis zu 20 Millionen Flüchtlingen bis zum Jahr 2050 als Folge der Überschwemmungen.

Der Weltklimarat war 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, weil er den Klimawandel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt hatte. In den vergangenen Monaten geriet das Gremium allerdings zunehmend in die Kritik. Im Januar musste der IPCC Fehler bei der Vorhersage über das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher einräumen.

(AFP)
22.04.2010 08:56 Uhr

http://www.n24.de/news/newsitem_6011935.html

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